Bücherliebe 

Um die Stimmung dieses Blogs mal ein  wenig zu heben gibt es nun ein von der Qualität grauenvolles Foto (meine Haare sind auch der Hit heute, aber wen stört’s?) mit einem ehrlichen Lächeln. Denn meine alte Brille hat wieder passende Gläser und ich habe sie sehr vermisst, außerdem war ich mal nicht in der Bücherei, sondern war im Buchladen und habe mir zwei Bücher gekauft: Natürlich über psychische Erkrankungen, Tod und Trauer, Loslassen und Abschied und Neuanfang. Und was mit Pferden; musste sein! Ich kriege es einfach nicht hin mal was richtig „Schönes“ zu lesen. Mein Herz entscheidet sich dann immer für das was es gerade am meisten braucht. ♡♡♡

Da war die Frage nach einem Ort, an den ich gehen kann. Den ich mir vorstellen kann. Der Ort, an dem ich jetzt am liebsten sein würde, der wäre nicht hier auf Erden, sondern bei diesem kleinen Muckler, der mir seit dem Winter so unendlich fehlt und der mir so viel Halt, Geborgenheit, Vertrauen und Liebe schenkte. Das stelle ich mir vor, denn hier auf Erden kann ich mir gerade keinen Ort vorstellen, an dem es ruhig und sicher ist. Also verschwinde ich in Gedanken.

Derzeit..

..weiß ich nicht mehr wofür ich hier noch schreibe.
Derzeit habe ich fast den ganzen Tag mein Handy aus, weil ich es anders nicht aushalte.
Derzeit merke ich wie meine Knochen sichtbarer werden, weil ich es nicht schaffe genug zu essen.
Derzeit sind mein einziger Halt meine alte und meine neue Therapeutin – tjaja, ich habe ZWEI! Kann nicht jeder.

Okay. Schlechter Scherz. Und der Satz stimmt auch nicht. Die beiden sind nicht mein einziger Halt. Nur die einzigen beiden, bei denen ich es irgendwie aushalte mich wirklich so zu zeigen wie ich bin. Halt. Stimmt auch nicht. Zum Weinen bin ich aufs Klo gegangen. Wie paradox. Ich verabschiedete mich bei meiner alten Therapeutin in etwa so: Ich sagte „Ha, und davon habe ich nicht mal eine Packung hier verbraucht“ und habe dann auf die Taschentücher gezeigt, von denen ich in 1 1/2 Jahren tatsächlich etwa zwei benutzt habe, um ca. 5 Tränen wegzuwischen. Bei meiner neuen Therapeutin bin ich dann aufs Klo gegangen, um sie nicht zu stören, indem ich weine. Ich merk selbst, dass gerade die Frage „Was ist eigentlich kaputt mit mir?“ in meinem eigenen Kopf auftaucht.

Wieso habe ich hier nochmal angefangen zu schreiben? Um mich nicht mehr zu verstecken? War doch sowas? Tja. Leider bin ich derzeit sehr gut im Verstecken und noch besser bin ich darin auf meiner Matratze zu liegen, die Decke anzusehen und so zu tun als wäre ich eine Hülle. Außer vorgestern, da bin ich sogar bauchfrei rausgegangen.

Meine Therapeutin hat Angst, wenn ich zu viel funktioniere. Es beruhigt sie, wenn ich Zuhause zusammengekrümmt auf dem Boden liege und mir die Seele aus dem Leib weine. Da stellt sich die Frage was MICH mehr beruhigt.
Funktionieren beruhigt mich, da muss man nicht viel fühlen. Aber man entfernt sich auch ein bisschen von sich und dann passieren wieder eher Sachen, die nicht so schön sind. Aber es ist auch schön zu funktionieren.
Auf dem Boden liegen und so ein Kram –  das ist nicht schön, aber derzeit angemessen. Adäquat. Man könnte auch sagen „Den Umständen entsprechend“. Vielleicht noch ein „gut“ hinterher. Denn ich schätze, diesen derzeitigen Umständen entsprechend geht es mir damit tatsächlich noch ziemlich gut.

Vielleicht schreibe ich hier deshalb meine komischen Gedanken nieder. Um ein wenig von Außen drauf zu sehen. Um Abstand zu bekommen. Um eine Form dafür zu finden. Denn hier schreibe ich nicht ungefiltert, es soll ja auch ein bisschen gut klingen, es soll ja nicht nur „Uuuaaahhhh, mein Leben ist so krass gerade, kann mich jemand retten, oder mir ein anderes schenken, boah, wann hört das auf, ich hasse mich, ich finde meine Knochen geil, ich will nichts mehr essen, ich esse nichts, ich fange schon wieder an Kalorien zu zählen, kann jemand für erstmal immer die Sonne ausschalten, aber im Dunkeln habe ich auch Angst, jede Nacht ist kacke, alles ist kacke“ sein, sondern auch .. eben ein bisschen Vernunft dabei.

Und meine Vernunft, die finde ich hier beim Schreiben manchmal wieder. Ich denke nicht darüber nach was genau ich hier schreibe, eben das was mir in dem Moment in den Kopf kommt. Die Worte fließen so vor sich hin, aber trotzdem weiß mein Kopf sicherlich, dass andere Leute das hier lesen. Virginia Woolf hat da auch mal in ihrem Tagebuch was zu geschrieben. Dass man anders schreibt, wenn man weiß, das lesen auch noch andere Menschen. Manchmal ist das so. Manchmal aber auch nicht. Wenn ich  für mich in mein Tagebuch schreibe, ist das natürlich anders, aber dort finde ich zum Glück auch oft meine Vernunft wieder. Vielleicht ist das auch das falsche Wort, mir fällt ein anderes gerade nicht ein. Meine Tapferkeit, die finde ich beim Schreiben auch oft, nur für mich. Und meinem Kern komme ich näher. Diesem Kern, der alles gut überlebt hat.

Nun fehlen mir passende Schlussworte. Da müsste jetzt noch was Schlaues kommen. Kommt aber nichts. Ich werde jetzt weiter Musik hören und an die Decke starren.

Wenn das Herz den Ton angibt…

… dann wird aus Mittelmeer, 30 Grad, Sommergefühl und türkisem sanftem Meer etwas ganz anderes. Wind und Wetter, ein Mischmasch aus Sonne, Regen und Wolken, unter 20 Grad und die Chance auf nicht so viele Menschen sehr viel höher als in Frankreich: Ich fahre ganz nach oben in den Norden von Dänemark. Wie sehr ich auch immer wieder versuche einen richtigen Sommerurlaub zu machen, mein Herz schlägt eben doch für den Norden, die Ruhe dort, die Weite, keine Berge und das kühlere Wetter. Wie sehr ich mich darauf freue mit Jacke am Meer zu sitzen!

Aus dem Abenteuer Flugzeug wird dann auch nichts, dafür habe ich lange Zugfahrten vor mir, auf die ich mich freue, denn im Zug fühle ich mich sicher und wohl, ich mag es unterwegs zu sein, das ist so eine Zwischenwelt irgendwie – man ist an keinem Ort. Man fährt durch ein Land und sieht die Landschaft und die Seele kann mitreisen. Viele finden, dass es verlorene Zeit ist, wenn der Weg zu einem Ziel so lange dauert – für mich ist es das Gegenteil.
Und aus 10 Tagen sind einmal 3 und einmal 6 Tage an einem Ort geworden. 3 Tage sind schon einiges, 6 sind für mich eine echte Herausforderung, aber ich hab dann ein Auto und kann jederzeit wieder – Überraschung!! – unterwegs sein. Anstrengend, dieses Nicht-Bleiben-Können und die Angst vorm Bleiben. Es ist ein wenig wie beim Joggen: Wenn es einem schlecht geht, dann ist es leichter auszuhalten, wenn man dabei in Bewegung ist. Aber hinfühlen und dabei stillstehen und das aushalten… uah, das ist bedrohlich! Und es ist ein Prozess und ich wünsche mir sehr, dass ich es schaffen werde dabei auch mal stillzustehen. In der letzten Zeit geht es mir ziemlich… schlecht. Ehrlich gesagt so richtig schlecht, es ist einiges passiert, das sehr viel mit mir gemacht hat. Ich gehe kaum raus, ich hab Angst vor der Welt und den Menschen –  ich kenne mich so gar nicht wie ich derzeit bin. Und deshalb habe ich auch Angst vor dem Urlaub und wegzufahren (was ich sonst kaum kenne oder nicht in der Art), Angst davor, dass es mir zu schlecht gehen wird, dass ich zusammenbreche, dekompensiere, dass ich mich in den Unterkünften nicht sicher fühle (schließlich fühle ich mich hier nicht mal sicher), was auch immer.. aber das Reisen aufgeben aufgrund meiner Gesundheit? Das mache ich nicht.
Aber anders reisen, darauf lasse ich mich ein. Und von Dänemark aus kann ich jederzeit in den nächsten Zug steigen und nach Hause fahren (die letzten beiden längeren Solo-Trips habe ich auch abgebrochen, es war dramatisch und immer nur eine Nacht vor der geplanten Rückreise, aber das ging auch irgendwie alles). Selbstfürsorge kann echt nerven, aber ich weiß auch wie es mir gerade geht und möchte gut sein zu mir selbst.

 

Jedenfalls: Ob anstrengend oder nicht. Ich freue mich auf die Zeit nur mit und für mich selbst und hoffe, dass es so wie immer ist und ich dadurch zumindest zeitweise wieder bei mir auf eine gute Art und Weise ankomme und fühle wo ich stehe. Und ich freue mich so sehr auf den Norden!!!

Don’t wanna cry but I break that way

Diesen Beitrag wollte ich vor 5 Tagen veröffentlichen:

So sieht das aus, wenn man in einer unbekannten Stadt in dem nächstbesten Hotel landet, weil mal wieder alles anders läuft als geplant und man merkt: Kontrolle? Fremdwort?

 

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Wieso ich eigentlich schreibe. Morgen ist der Abschied. Und ich kann nicht schlafen. Oder ich möchte nicht, denn wenn man nicht einschläft, kann man auch nicht an dem Abschiedstag aufwachen. Mein Kopf fühlt sich damit überaus schlau, ein Glück weiß ich, dass das alles andere als schlau ist.

Und seitdem ist so unglaublich viel Scheiße passiert, dass ich nur dieses Musikvideo posten kann, weil es zeigt wie ich mich fühle und weil Worte niemals ausreichen können.

Syml – Where’s My Love

 

… die Urlaubsentscheidung ist übrigens immer noch nicht durch. Ich bin so überaus entscheidungsfreudig derzeit! Aber nächste Woche soll es losgehen.

Reisen mit angeknackster Psyche…

… und anderes Zeug.

 

Was ist hier los?

Nicht so viel. Bevor sich mein Leben bald ziemlich verändern wird, möchte ich nochmal in den Urlaub fahren und ich kann mich einfach nicht entscheiden. Reiterferien auf einem Islandhof, Spanien und Südfrankreich, Yoga-Urlaub, Surf-Camp, Meditations-Urlaub, Israel, Osteuropa? Wer die Wahl hat hat die Qual. Vor 5 Jahren begann ich alleine zu reisen. Weil ich große Probleme mit dem Alleinsein hatte und mir erschien, dass das die beste Therapie dafür ist. Und das war sie auch. Selbstvertrauen, Selbstbewusstein, Selbstsicherheit, Vertrauen darin, dass alles gut wird, Klarheit über meine Ziele, Klarheit über das was ich wirklich möchte, Alleine mit sich sein ist wertvolle Zeit, man kann nicht vor sich selbst weglaufen, ich muss besser auf mich aufpassen, Menschen sind gut und nett und hilfsbereit, die Welt ist schön schön schön! Nur ein paar der Dinge, die ich gelernt habe. Jede Reise ist anders und zeigt mir etwas anderes. Und ich hatte vorletztes Jahr in Paris das allererste Mal in meinem Leben Heimweh, ich wusste gar nicht wie sich das anfühlte, und das allererste Mal war ich einfach nur froh wieder unterwegs nach Deutschland zu sein, obwohl ich mich in Paris in dem Moment verliebte, in dem ich aus dem Bahnhof trat.
Meine Urlaube alleine waren immer wunderbar und zeitweise grauenvoll, beides zusammen. Alleine unterwegs zu sein hat viele positive Aspekte, man lernt sich neu kennen, aber vor allem ist ein Gefühl geblieben: Das Gefühl von Freiheit. Und das ist mir eines der Wichtigsten überhaupt.

Ich möchte nicht irgendwohin wo ich schon war und ich möchte nirgendwohin wo ich nicht gefordert werde; mir ist sehr schnell langweilig, sei es im Urlaub oder im Alltag. Die Grenze zwischen Grenzen austesten, an mir selbst wachsen, Abenteuer erleben und Grenzen missachten und sich selbst triggern ist allerdings sehr schmal. Ängste sind vorprogrammiert, aber es ist ein Unterschied, ob ich mich Ängsten aussetze, an denen ich wachsen werde, denen ich bereit bin mich zu stellen oder ob es Ängste und Situationen sind, die Dinge aus der Vergangenheit antriggern. Reisen mit (unbearbeiteten) Traumata im Hintergrund ist nicht immer so einfach. Meine damalige Therapeutin sagte immer wieder, dass ich nicht sicher genug reise, zum Teil hatte sie Recht; aber ich möchte auch nicht irgendetwas nicht machen, weil ich das aufgrund meiner Traumata nicht kann und mich davon einschränken lassen. Und trotzdem bin ich mittlerweile soweit, dass ich mich auch nicht unnötig triggern möchte. Was aber auch beinhaltet, dass ich dann mehr Geld ausgeben muss als es nötig wäre, weil manche Unterkünfte damit ausgeschlossen sind, manche Gegenden, manche Reisezeiten, manche Arten von Reisen usw. usf.

Deshalb vielleicht erstmal folgende „Abenteuer“ dieses Mal:
Ich würde gerne fliegen, weil ich Angst davor habe.
Und was ich gar nicht gut kann: Alleine unterwegs sein und länger als zwei Nächte an einem Ort sein. Weshalb ich überlege, ob das dieses Mal meine Aufgabe sein könnte: Ich würde wirklich wahnsinnig gerne 10 Tage am Stück in einem Ort bleiben, von dem aus ich dann die Gegend erkundige. Denn unabhängig davon, dass ich das nicht gut kann, würde ich es auch sehr schade finden 10 Tage nur einen Ort in einem Land zu sehen, wenn man die Chance hat noch viel mehr zu sehen. Sehenswürdigkeiten interessieren mich meist nicht allzu sehr. Städte erkundige ich gerne zu Fuß und laufe viel durch Wohngebiete, so lernt man die Stadt einfach viel besser kennen.
Derzeit brauche ich definitiv das Meer. Und ich glaube, ich hätte schon Lust auf kleine Orte in Südfrankreich, Zug- und Busfahren geht dort auch gut. Ich bin gerade mal einen Monat aus der Klinik raus und in diesem Monat sind schon einige Dinge geschehen, die mir sagen wollten: Du bist noch gar nicht so stabil wie du dir das selbst sagst. Wollte und will ich aber nicht hören. Aber dafür hat man ja eine Therapeutin, die einem das unter die Nase reibt. Also… wie viel Sicherheit brauche ich denn nun? So eine schwere Frage.

Nächste Woche geht es sowieso erstmal nach Bonn für zwei Nächte. Und ein Abschied steht an. Und weil die ganze Woche sehr voll ist, bin ich ziemlich froh, dass ich am Wochenende noch nichts vor habe. Und mir Zeit nehmen kann, um den Abschied nachwirken zu lassen. Und einen Flug zu buchen oder eine Unterkunft oder beides.

Diese Zeit zwischen Umzugskartons in dieser Wohnung. Sie ist komisch. Viele sagen, dass das doch bestimmt belastend ist. Und ich dachte auch. Wobei ich das mag. Dieses Minimalistische. Ich mag es wenig zu besitzen und diese Wohnung ist auch nur aushaltbar mit dem Gefühl, dass hier nichts mehr ist, dass das nicht mehr _meine_ Wohnung ist. Deshalb ist das schon gut, es lässt sich so leichter hier atmen. Und SEIN. Es ist auch ein bisschen einsam, aber das wird sich bald ja ändern. Ich verliere mich auch ein bisschen, aber es ist auch befreiend. Ich bin hier einfach mit mir, kaum etwas weist noch darauf hin wer hier wohnt. Ich kann mich nur noch über ein ganz paar Gegenstände definieren. Und wäre ich nicht so viel alleine unterwegs gewesen, dann würde ich das sicherlich überhaupt nicht aushalten hier.

10 Tage an einem Ort. Und ein Flug. Und das Meer. Jetzt brauche ich nur noch den Ort. Ich hatte schon wieder Island im Kopf, weil das der beste, schönste, beeindruckendste Urlaub war, der sich so sehr nach „Nach Hause kommen“ angefühlt hat. Ich plane in den Süden zu fahren, um mich dann doch wieder nach dem Norden zu sehnen. Als ich in Portugal in einem kleinen Ort saß und über die hellen Häuser aufs Meer sah, war das wirklich schön und gleichzeitig sehnte ich mich nach Großbritannien. Aber Südfrankreich, mit den Steinhäusern und der Natur; vielleicht ist das dann ganz gut…
… oder doch in die Bretagne?!? Fragt sich wo die Chance auf die ganzen Menschenmassen am geringsten ist.. im Juli! Zur Ferienzeit! Am Meer!

Not okay

Wenn man schluchzend auf der Matratze liegt und der Körper zittert, weil man so Angst hat, weil ein Mensch so wichtig geworden ist.
Dann weiß man, dass irgendwas im Kopf nicht okay sein kann.

Wenn man denkt, dass man diesen Menschen zerstören wird. Dann weiß man das auch.

Wenn man dann von einer Sekunde auf die andere aufhört zu weinen und im Computer nach Flügen sucht als wäre nichts gewesen. Dann auch.

Aber weil es so schön war heute in meinem Kleid, im Garten und die Kombi mit dem Fußboden:

 

Und weil es gestern so schön war die Tomaten zu riechen und Tomate und Mozzarella mit Himbeer-Essig zu essen:

 

Und weil meine Therapeutin gestern sagte, ich verschließe die Augen vor der Realität und weil Wahrheiten hässlich sind, hier ist eine sehr hässliche: Das Foto, das ich nach der schlimmen Nacht am Dienstagmorgen nach dem Rollschuhfahren für hier gemacht habe und das Foto, das ich nach der schlimmen Nacht am Dienstagmorgen nach dem Rollschufahren eine Sekunde später nicht für hier gemacht habe (das Chaos im Hintergrund meine ich übrigens nicht mit „hässliche Wahrheit“) :

 

Und wenn man versteht wieso das alles so ist, und dass es okay ist, wenn der Kopf nicht okay ist. Dann.. ich weiß es nicht. Hier sollte jetzt was Schlaues stehen, was Tapferes, irgendwas, das zeigt, das ich eben eine von denen bin, die richtig gut sind im Kämpfen und nie in Selbstmitleid verfallen. Stattdessen lade ich tatsächlich dieses hässliche Foto von mir hoch und weiß noch nicht mal wieso. Vielleicht weil ich denke, das ist mein Beitrag zum „Es ist okay, man darf auch mal scheiße aussehen und nicht alles ist so perfekt wie es im Internet scheint und so weiter und so fort…“, und wenn ich da was zu beitragen kann, dann fühle ich mich etwas besser. Also purer Egoismus!

„Alles gut mit uns?“, sagte ich vorhin und sie sah mich nur an und ich musste lachen und sagte „Ok, alles gut mit uns, das war eine rhetorische Frage.. Nein, das war gar keine Frage, das war eine Aussage.. oder eine These. Aussage oder These.. das muss ich mir noch überlegen.“

Die Aussage hat sich auf der Rückfahrt immer mehr in eine These verwandelt; ich suche verzweifelt nach Beweisen dafür und dagegen und kann nichts essen, ich kriege einfach nichts runter, obwohl ich mir extra noch etwas gekauft habe worauf ich Appetit hatte. Halb 12 Uhr abends ist aber auch keine gute Zeit, um noch viel nachzudenken, also sollte ich einfach versuchen zu schlafen…

Und zum Abschluss noch was Schönes. Wohin ich gehe, wenn mir alles zu viel wird? In die Bücherei, da war ich gestern und habe unter anderem einen Band von Flavia mitgenommen, die coolste 11-jährige Detektivin, die es gibt! Sie geht zum Nachdenken auf den Friedhof, ich mache das auch. Und zum Lesen.

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… und immerhin weiß ich heute ein bisschen mehr: Das ist nicht mein Fehler, dass mein Kopf nicht okay ist. Und ich hab mir das nicht ausgesucht. Das ist auch nicht, weil ich schwach bin, sondern weil ziemlich viel ziemlich scheiße gelaufen ist.